Weitere Nachteile für Offenbach und Neu-Isenburg

Auch wurde bei der Belastungsbilanz nicht berücksichtigt, dass es in stark betroffenen Gebieten wie z.B. Offenbach bereits viele Menschen (ca. 3/4) mit passivem Schallschutz (entsprechende Fenster, Lüfter) gibt. Fraport kennt diese Zahlen sehr genau. Bei der Lärmbelastung müssen entsprechende Maßnahmen berücksichtigt werden, sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen.

 

Für die extrem betroffenen Menschen in Offenbach und Neu-Isenburg hat das Maßnahmenpaket zudem folgende Konsequenzen (Seitenzahlen beziehen sich auf den Bericht http://www.forum-flughafen-region.de/uploads/media/FFR_Bericht_final.pdf):

 

1. Die Anzahl derer, die in Zukunft einen Anspruch auf bezahlte Schallschutzmaßnahmen geltend machen können, sinkt in Offenbach und Neu-Isenburg erheblich.

 

2. Für die Einwohner von Offenbach sagt der Bericht auf Seite 55, dass es derzeit ca. 18.000 Menschen mit Anspruch auf passiven Schallschutz gibt. Mit Durchführung des Maßnahmenpakets sind es dann nur noch ca. 4.000 Anspruchsberechtigte (Seite 55). In Neu-Isenburg verlieren ca. 2.200 Anwohner diesen Anspruch (Seite 55).

 

3. In Offenbach verlieren somit 14.000 Betroffene ihren Anspruch auf passiven Schallschutz, in Neu-Isenburg sind es ca. 2.200. Diese 16.000 Betroffenen müssen in Zukunft ihre Schallschutzmaßnahmen selber zahlen.

 

4. Dem stehen lediglich 100 neue Anspruchsberechtigte in Heusenstamm gegenüber (Seite 55 des Berichts), die zudem ihren Anspruch gegenüber Fraport in frühestens 6 Jahren geltend machen können (nach Fluglärmschutzgesetz).

 

Im Westen des Flughafens ist die Lage noch krasser: In Rüsselsheim nimmt die Anzahl der Menschen mit Anspruch auf passivem Schallschutz durch das Maßnahmenpaket um ca. 1.000 deutlich zu (Seite 51). Dem steht keine Entlastung gegenüber.