Das geplante Anflugverfahren: Tiefer und breiter

Die Flugzeuge sollen statt 21km nur noch 9km im regulären Anflugkorridor fliegen. Dieser Punkt, ab dem dann wie bisher geflogen wird, liegt ungefähr am Ortseingang von Neu-Isenburg. Auf den letzten 9km des Anflugs ändert sich also nichts (anfängliche Flughöhe ca. 460m).

 

Vorher soll der Anflug dann geknickt werden. Der neue Anflugkorridor soll dann über Groß-Krotzenburg, Hainburg, Weiskirchen sowie zwischen Obertshausen und Heusenstamm verlaufen.

Vergleich der Anflugverfahren
Vergleich der Anflugverfahren

Durch den Kurvenradius werden die Stadtgebiete von Hainburg, Weiskirchen, Obertshausen und Heusenstamm deutlich überflogen.

 

Der Sinkflug bis zum regulären Anflugkorridor wird zudem deutlich flacher mit ca. 2°. Die Flugzeuge sind durchschnittlich ca. 300m tiefer als bislang in vergleichbarer Entfernung zur Landebahn. Dies steht im Kleingedruckten und geht alleine aus den Hintergrundinformationen des Expertengremiums hervor (http://www.forum-flughafen-region.de/uploads/media/Hintergrund_segmented_Layout.pdf, Grafik S. 5, z.B. Flughöhe Weiskirchen 3.000 Fuß über MSL).

 

Der neue Anflugkorridor wird nicht durch den Leitstrahl generiert, sondern durch Navigationspunkte, die im GPS-Gerät des Flugzeugs einprogrammiert sind. Dieses Verfahren bietet damit weniger Sicherheit bezüglich der Höhenhaltung der Flugzeuge: Die GPS-Höhe ist nicht zur Bestimmung der Höhe im Flugbetrieb zugelassen. Dieses Verfahren ist somit weniger präzise als das bisherige Anflugverfahren und heisst daher eben auch "Nicht-Präzisionsanflugverfahren".

 

Zudem sind die Anflugkorridore breiter: Dies ergibt sich aus der Ungenauigkeit der GPS-Geräte und deren Fehlertoleranz: technische Toleranz lt. ICAO Doc 8186 RNAV GPS 0,3NM = ca. 550m.

 

Das Flugprofil sieht dann wie folgt aus: